Charityblog von Konny von Schmettau

Das Namibia-Tagebuch von Konny von Schmettau

Immer noch Not an allen Enden in Okahandja

abgelegt unter Tagebuch, Hintergrund, Hilfe und Entwicklung, Afrika Nachrichten von Konny @ Donnerstag, 14. Oktober 2010 - 21.31 h

Die Lage in Okahandja ist immer noch hoffnungslos, die Künstler und Marktverkäufer des Holzmarktes warten verzweifelt auf eine Perspektive.
„Wir sitzen jeden Tag hier, wo unser Markt war, und hoffen, dass wir Hilfe bekommen!“, erzählten sie mir vor einigen Tagen.

Ich hatte auf meinem Weg von Swakopmund aus für einige der Familien Lebensmittel eingekauft, um die schlimmste Not zu lindern, aber wir müssen gemeinsam einen Weg finden, um den Betroffenen wieder Mut und Hoffnung zu schenken. Der Markt muss wieder aufgebaut werden!

Meine Kollegin Wiebke Schmidt berichtete in der „Allgemeinen Zeitung“ (AZ):
http://www.az.com.na/soziales/es-tut-sich-nicht-viel-auf-dem-mbangura-souvenirmarkt-in-okahandja.115046.php

Ein Architekt aus Okahandja hat eine Skizze gesponsert, die einen Neuaufbau mit Böden und Wänden aus Steinen vorsieht, um einen gewissen Brandschutz zu gewährleisten. Das „afrikanische Flair“ stellen unsere Künstler mit Dekorationen wieder her, versichern sie  und sind voller Hoffnung, dass sie bald wieder ein Einkommen haben werden.

Ich habe einen journalistischen Bericht über die Lage in Okahandja „Nach dem großen Feuer“ für die  „Allgemeine Zeitung“ Namibia geschrieben, der in den nächsten Tage erscheinen wird. Einen Link stelle ich dann hier ein.

In Windhoek habe ich mit vielen Leuten Kontakt aufgenommen und hoffe sehr, dass sich weitere Unterstützer finden. Die Firma Nakara hat mir Leder-Verschnitte gegeben, aus denen die Künstler Schmuck, vielleicht Trommel-Bezüge und weiteres herstellen können, um wieder erste Waren zum Verkauf zu haben.
Anja Rohwer hat mir aus ihrem Hilfscontainer Kleidung für unsere Mütter und Kinder in Okahandja mitgegeben. Sie ist eine engagierte, wunderbare Frau, die mit ihrer im letzten Jahr verstorbenen Mutter mehr als hundert Hilfsprojekte in Namibia aufgebaut und mir spontan Hilfe auch für unsere Familien in Okahandja zugesagte hatte – und prompt mit Kleidung half! Wir werden in Zukunft auch weiterhin zusammen arbeiten im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe.

Hier geht es zu meiner Reportage in der AZ über Anja und ihre Hilfsprojekte:
http://www.az.com.na/kultur/not-lindern-und-hoffnung-schenken.114989.php

Vielen herzlichen Dank Anja und der Firma Nakara! Vielen herzlichen Dank den Spendern, die auf unser deutsches Spendenkonto etwas überwiesen haben! Wir haben allerdings leider erst 235 Euro zusammen bekommen. Ende des Monats möchte ich wieder nach Okahandja fahren und hoffe wirklich sehr, dass uns bis dahin weitere Spender unterstützen, denn sonst weiß ich wirklich nicht, wie wir all die hungrigen Kinder füttern sollen…

Das Okahandja-Drama setzt sich im täglichen Leben fort: Die meisten Familien können ihre Miete nicht mehr bezahlen, ihre Vermieter drohen, sie mit ihren Kindern vor die Tür ihrer bescheidenen Hütten oder 1-Zimmer-Häuschen zu werfen…

Benötigt werden auch Medikamente, denn wer keine Miete, kein Essen und keine Schulgelder zahlen kann, hat erst recht kein Geld für Medizin. Und so fehlt es an den einfachsten Dingen wie Verbandsmaterial, Schmerz- und Fiebermitteln, Wundsalben, Antibiotika für Kinder und Erwachsene.

Die Not ist groß, der Betrag auf unserem Spendenkonto ist klein – was soll ich mehr sagen? Wir sind wirklich auf Ihre und Eure Hilfe angewiesen, um die schlimmste Not zu lindern!
Bitte helft uns helfen!

Besorgte Grüße aus Namibia
Ihre und Eure
Konny von Schmettau

 

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