1001 Mützen für Menschen in Not
Unser Aufruf und unsere Presseaktionen, „Mützen für Afrika“ zu sammeln, hat inzwischen weltweit Aufmerksamkeit erregt. Weltweit? Ja, tatsächlich beteiligen sich Menschen in Europa, Asien, Australien, USA und Afrika an unserer Aktion, wir sind völlig überwältig! Das virtuelle Team des Netzwerks Successity.de macht es möglich, dass wir Kinder und Jugendliche in Namibia aktiv auf die Gefahren von AIDS aufmerksam machen können. Auch die regionalen Behörden Namibias haben sich von unserer Begeisterung anstecken lassen und grünes Licht für unsere landesweiten Aktionen gegeben.

Nun müssen wir verstärkt daran gehen, einen Containerversand zu finden, der uns mit dem Transport der gespendeten Mützen, Kappen und Hüte von Deutschland nach Namibia unterstützt. Auch innerhalb Namibias müssen die Aktionen und der Transport der Mützen sowie Kondome, die ja unbedingt zu unserer Aufklärungskampagne dazu gehören, organisiert werden. Bis Ende des Jahres läuft unsere „Mützen für Afrika“-Aktion noch, dann legen wir in Namibia richtig los.
Neben dem Sammeln von Mützen und weiteren Spenden haben sich inzwischen auch private Spender sowie Firmen gemeldet, die unsere aktive Hilfe für Menschen in Not unterstützen möchten. Und zwar teilweise mit Sachspenden, teilweise durch Geldbeträge. Das uns entgegengebrachte Vertrauen bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Denn das Schönste bei unseren Hilfsaktionen ist: Es entstehen keine Verwaltungskosten! Jeder gespendete Betrag kommt genau da an, wo er dringend benötigt wird: bei Menschen, die ohne Hilfe von außen keine Chance haben auf ein selbst bestimmtes Leben in Menschenwürde.
Unser gemeinnütziger Verein „Successity bewegt e.V.“
Um jederzeit transparent arbeiten zu können, haben wir den gemeinnützigen Verein „Successity bewegt e.V.“ mit Sitz in Minden gegründet. Dort, bei Successity.de-Chefin Dr. Kirsten Mennenga laufen alle Fäden zusammen. Und dort stapeln sich in der Garage Kisten und Kartons mit Spenden für unsere Kinder und Familien in Namibia. Dort werden die Anfragen aus aller Welt und unsere Aktivitäten koordiniert.
Ein Spendenkonto wurde eingerichtet und wir haben eine Webseite gebaut und online gestellt, die unter nachstehendem Link zu erreichen ist:
http://namibia.successity.biz/
Nun sind wir neben all den organisatorischen Fragen natürlich auch vor Ort nicht untätig geblieben. So habe ich drei deutsche Lehramtsstudentinnen, die vier Monate in Namibia hospitieren, dafür gewinnen können, an ihren freien Nachmittagen ehrenamtlich mit mir gemeinsam eine Feldstudie im Armenviertel DRC unweit Swakopmunds durchzuführen, in der keine nennenswerten Infrastrukturen existieren.
Es gibt keinen Strom und Trinkwasser kann nur durch Automaten abgezapft werden. Die DRC ist eine der in Namibia häufig anzutreffenden Ansiedlungen von Menschen aus allen Landesteilen und Bevölkerungsgruppen, die ihre Dörfer verlassen haben, um sich in der Nähe von Städten anzusiedeln, in der Hoffnung auf Arbeit. Nur gibt es leider für die wenigsten einen Job und so leben sie in großer Armut und Hoffnungslosigkeit. Der Staat kann sie nicht wirklich versorgen und die Gemeinden stehen etwas hilflos vor der Situation, dass sie diese „wilden“ Siedlungen dulden, aber nicht wissen, wie sie helfen sollen.
In der DRC leben schätzungsweise 2000 – 3000 Menschen ohne die Perspektive auf ein besseres Leben. Nur wenige Kinder besuchen einen Kindergarten oder eine Schule.
Eine Feldstudie im Armenviertel DRC
Im Rahmen unserer Feldstudie wollen wir herausfinden, wie viele Menschen und Familien in etwa in der DRC leben, wie viele Kinder ohne Schule und Kindergarten sind, wie viele allein erziehende Mütter es gibt, wie sie leben und natürlich: Welche Träume und Ziele sie haben.
Mit dieser Grundlage können wir ganz gezielt heraus kristallisieren, in welcher Weise eine nachhaltige Unterstützung sinnvoll und durchführbar ist.
Der Bildungsstand ist im Durchschnitt gesehen sehr niedrig. Viele der allein erziehenden Mütter und ihre Kinder sprechen nur wenig Englisch. Es gibt eine ganze Reihe von Analphabeten. Ohne Ausbildung und ohne Arbeit haben sie keine Hoffnung und keine Perspektive.
Daher möchte ich mit Ihrer und eurer Unterstützung ein auf Nachhaltigkeit basierendes Lebenshilfe-Projekt aufbauen.
Sehr gut wäre es, eine so genannte Brückenschule aufzubauen, in der Kinder ab dem 10. Lebensjahr sowie Jugendliche, die noch keine Schule besucht haben und evtl. auch junge Mütter die Grundlagen wie Lesen, Schreiben, Rechnen erlernen. Gleichzeitig sollte diese Brückenschule Sport und Spaß, theoretisches und praktisches Handwerk einbeziehen. Also Lernen, Arbeiten, Leben – mit einer echten Perspektive auf eine selbst bestimmte Zukunft.
Man könnte Jugendliche z.B. in Schreinerei und Autowerkstatt ausbilden, also Projekte mit ihnen selbst aufbauen, die von der Gesellschaft gebraucht werden. Damit können später vor Ort Möbel etc. gebaut und Autos fachmännisch repariert werden. Mit dem Erlös bzw. Einkommen aus solchen Projekten können weitere Projekte finanziert werden.
Frauen und Mädchen können Handarbeiten, Körbe, Matten und Kunsthandwerk herstellen, das man in einem kleinen Laden verkauft. Der Großteil des Erlöses geht dann an diejenigen, die diese Dinge herstellen. Ein kleiner Teil würde nach und nach die Kosten tragen und mit etwas „Profit“ könnten Materialien eingekauft sowie die Lebensbedingungen der Familien verbessert werden.
Für die Kinder böte eine solche Brückenschule Lernen, Spiel und Spaß. Mit einem guten Angebot im Sport – alle afrikanischen Jungs lieben Fußball! – holen wir Kinder und Jugendliche von der Straße.
Dies sind meine Gedanken zu einem sinnvollen und nachhaltigen Projekt, das nach und nach ausgebaut werden kann. Je nach Bedarf und Anforderungen kann ein solches Lebenshilfe-Projekt sich unter Einbeziehung der Menschen des Dorfes weiter entwickeln.
Neben dem Aufbau einer Brückenschule als erstem praktischem Projekt möchten wir Verantwortung auch für die Familien des Dorfes übernehmen. Also Schulgelder für Kinder bezahlen und ihnen die Grundlagen für den Schulbesuch zur Verfügung stellen: Lehrmaterial, Schulkleidung, Schuhe etc. Allein erziehende Mütter möchte ich besonders unterstützen, da sie es meist sehr schwer haben. Wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, mit ihrem Handwerk eigenes Geld zu verdienen, gewinnen sie an Selbstsicherheit und Hoffnung. Frauen, die handwerklich begabt sind, können die anderen darin unterrichten.
In der Brückenschule müssten nicht nur ausgebildete Lehrer unterrichten, sondern auch versierte Handwerker und Frauen mit praktischer Erfahrung sollen einbezogen werden. Anzudenken wäre auch, teilweise mit Praktikanten aus Deutschland zusammen zu arbeiten, die durch Programme wie „Worldwide“ finanziert werden.
Die drei Praktikantinnen, die mich bei der Feldstudie unterstützen, studieren in Deutschland Lehramt und helfen derzeit ehrenamtlich.
Dorfpatenschaften und Mikrokredite
Eine Dorfpatenschaft – die z.B. durch verschiedene Sponsoren oder Spender finanziert werden könnte – wäre wirksam für alle, die dringend auf Hilfe von außen angewiesen sind, bis sie sich aus eigener Kraft (mit einem Anschubs von uns, versteht sich) eine kleine Existenz aufbauen können.
Hier wäre auch das Konzept von Mikrokrediten sehr sinnvoll: Kleinkredite werden für eine bestimmte Dauer zinsfrei zur Verfügung gestellt, um eine Existenz aufzubauen. Nach der Rückzahlung wird dieses Geld wieder neuen Kleinkredit-Nehmern zur Verfügung gestellt. Dieses Prinzip funktioniert sehr gut, wenn man es gut strukturiert und den Frauen, die es annehmen möchten, entsprechende Beratung und Unterstützung zukommen lässt.
Was halten Sie von unseren Zielen und geplanten Projekten? Haben Sie weitere Idee und Anregungen? Möchten Sie uns unterstützen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback! Gemeinsam können wir viel bewegen und Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden, Hoffnung und eine Perspektive geben. Helfen Sie mit!
Mit frischem Schwung und herzlichen Grüßen aus Namibia
Ihre und Eure
Konny
PS: Das Foto stammt übrigens vom Fotografen Veit Mette aus Bielefeld und wurde uns von Frau Hertz-Eichenrode zugesandt. Herzlichen Dank dafür!


Toll dass Ihr die Menschen zur selbsständigkeit ermutigen wollts. Diese Mikrokrediten funktionieren auch gut in andere Länder und bin sicher das wird in Namibia auch sehr gut funktionieren.
Trackback von Claudia 11. November 2008 14:02