Charityblog von Konny von Schmettau

Das Namibia-Tagebuch von Konny von Schmettau

Waisenkinder in Namibia

abgelegt unter Tagebuch von Konny @ Dienstag, 22. April 2008 - 16.50 h

Waisenkinder in Namibia

Waisenkinder haben es immer schwer. Ganz besonders hart trifft es Kinder in Afrika, denn die meisten Familien haben selbst kaum etwas zu essen und die Bereitschaft, weitere Kinder aufzunehmen, wird zunehmend geringer. AIDS ist in Namibia weit verbreitet und immer mehr Kinder müssen ohne den Schutz ihrer Familie leben.

Victor_Sack_1.jpg Umso glücklicher trifft es den kleinen Victor, der von seiner Tante Martha liebevoll umsorgt wird. Gemütlich an ihren Rücken gekuschelt, sitzt er im Tragetuch und schaut interessiert in die Welt. Dass sie ihn wie ihr eigenes Kind liebt, spürt man sofort, und so wächst er nicht allein, sondern in der Geborgenheit einer Familie auf – bei seiner Tante Martha und ihren beiden Söhnen, die nicht nur seine Cousins, sondern nun auch seine Brüder geworden sind.

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Wieder einmal waren wir im Dorf Okahandja und haben Mütter und Kinder mit Nahrungsmitteln versorgt. Brot, Milch, Mehl, Zucker, Salz, Butter und Tee hatten wir dabei – und natürlich Bonbons, die nicht nur den Kindern den Tag versüßen. Es ist ein herrlicher Luxus für die Kinder aus den Armenvierteln, etwas Süßes genießen zu können.

Voller Elan planen unsere Mütter nun ihr eigenständiges Vorankommen. Einige gute Ideen sind bereits entstanden, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. So möchten drei oder vier der Frauen eine kleine Straßenküche einrichten, also im Endeffekt einen großen Kochtopf mit Feuer darunter auf die Straße stellen und einfache Mahlzeiten verkaufen. Besonders beliebt sind in Namibia die sogenannten „Vettkoekies“, also Salzgebäck. Um dieses kleine Geschäft zu beginnen, benötigen sie ein Startkapital. Wenn bei unserem nächsten Besuch weitere Ideen zusammengekommen sind, sollen die Frauen ihr Startkapital von uns erhalten, um die Grundausrüstung und die ersten Zutaten kaufen zu können.
Denn unterm Strich ist es wesentlich effektiver, die Frauen beim Einstieg in die Selbständigkeit zu unterstützen, als „nur“ Spenden zu bringen. – Wobei sie natürlich weiterhin regelmäßig von uns versorgt werden.

Paulus und Matthew, die beiden Brüder, denen wir auch die Schule finanzieren, habe ich einen Nachmittag lang mit an einen See genommen, wo sie sich austoben konnten und einfach mal raus aus den Slums kamen. Voller Freude plantschten und spielten sie im warmen Wasser und anschließend gab es schönstes Essen für die beiden. Sie haben sich so sehr über diesen herrlichen Nachmittag gefreut, dass ich in Zukunft öfter mal Kinder mit raus nehme, so dass sie etwas anderes Sehen als das tägliche Elend.
Alkoholismus ist weit verbreitet, und leider sind Paulus und Matthew als Waisen bei einem Onkel und einer Tante gelandet, die dem Alkohol überaus zusprechen. Bei meinen vielen Besuchen habe ich keinen ihrer „Betreuer“ je nüchtern gesehen, und für die Kinder ist es eine zusätzliche Belastung, dies täglich zu erleben. Umso intensiver lernen sie für die Schule, um mit ihrem Abschluss aus diesem Leben heraus zu kommen. Leider gibt es derzeit keine andere Unterkunftsmöglichkeit für die Jungs, aber mit 14 und 15 Jahren sind sie selbständig genug, um eine Perspektive zu sehen. Wir bemühen uns, ein anderes Zuhause für sie zu finden und sie aus dieser Situation heraus zu nehmen.

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So ist jeder Besuch in den Armenvierteln von Schönem und Traurigem erfüllt. Das Wichtigste bleibt, dass wir uns regelmäßig um die Frauen und Kinder kümmern, denn durch die Zahlung von Schulgeldern und die Versorgung mit Lebensmitteln, Decken und Kleidung wissen sie, dass sie nicht allein auf der Welt sind und es die Hoffung auf ein besseres Leben gibt.

Herzliche Grüße
Ihre und eure
Konny von Schmettau

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