Charityblog von Konny von Schmettau

Das Namibia-Tagebuch von Konny von Schmettau

Sommerhitze in Namibia

abgelegt unter Tagebuch von Konny @ Mittwoch, 5. Dezember 2007 - 10.21 h

 Sommerhitze in Namibia

 

Viel zu lange kam ich nicht dazu, einen Beitrag für den Blog zu schreiben, ich gelobe Besserung! Ich bin mit meiner Familie umgezogen und habe eine neue Firma gegründet, nämlich eine Pizzeria in dem Wüstenstädtchen Karibib im Herzen Namibias. Und wer war neulich bei uns zum Pizzaessen? Britta Köster, Mitglied bei Successity! Ich habe mich riesig über ihren Besuch gefreut. Leider hatte sie mit ihrer Reisegruppe zu wenig Zeit, als dass wir „unsere“ Kinder hätten besuchen können, Aber das holen wir bei Brittas nächstem Besuch in Namibia nach!

Den kleinen Victor und unsere weiteren Paten- und Sorgenkinder habe ich wieder in Okahandja besucht und bin am Űberlegen, wie wir ihnen zu Weihnachten eine Freude bereiten und ihnen helfen können. Im vergangenen Jahr hatten wir eine große Ladung Lebensmittel in die Armenviertel gebracht, ob wir das in diesem Jahr finanziell schaffen, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall bekommen sie eine Unterstützung.

Viel Gutes konnten wir auch in dem kleinen Damara-Dorf Omatjete bewegen. Der dortigen Grundschule (Grundschulen gehen in Namibia bis zum 7. Schuljahr) fehlte es an allem. Und besonders die Kinder sind in großer Not, da rund 90 Prozent (!) der Eltern arbeitslos sind und kaum die Schulgebühren von umgerechnet 100 Euro pro Jahr zusammen bekommen. Daher haben wir 20.000 Namibia Dollar (umgerechnet ca. 2000 Euro) gespendet, um Schulgebühren und -Uniformen, Bücher, Hefte, Stifte und vieles weitere zu finanzieren.

Eine weitere wunderbare Unterstützung kommt auch aus Salzburg: Eine Lehrerin hat sich bei mir per Email gemeldet, da sie mit ihren Schülerinnen und Schülern gerne eine Schule in Namibia unterstützen möchten. Eine super Idee, und die Partnerschule war sofort gefunden, nämlich die Karibib Junior Secondary School, wenige Meter von meinem Büro entfert. Diese Schule ist die einzige staatliche im weiten Umkreis, die Kindern aus armen Familien eine Schulausbildung über das 7. Schuljahr hinaus gewährleistet. Auch hier kosten die jährlichen Schulgebühren nur umgerechnet 10 Euro pro Jahr, aber diese Summe ist für sehr viele arme namibische Familien unerschwinglich. Mein erster Schritt in Sachen Soforthilfe war, ihnen Bücher, Hefte, Kopierpapier, Lineale und vieles weitere zu bringen, denn es fehlte an den entsprechenden Materialien, um die Abschlussexamen schreiben zu können. Das kann man sich in Europa kaum vorstellen. Mit der österreichischen Partnerschule haben diese Kinder und Jugendlichen nun eine echte Perspekive, um ihr 10. Schuljahr abzuschließen und damit einen Job zu finden.

Mein Mann ist Computertechniker und hat die beiden Schulcomputer wieder instant gesetzt. Das sind allerdings uralte Geräte, auf denen nur die minimalen Programme laufen. Die Salzburger Schule versucht auch hier zu helfen, vielleicht sogar mit dem einen oder anderen gebrauchten Computer. Wir sind alle begeistert!

 

Apropos Computer: Auch in Namibia steht die Zeit nicht still, und wer sich für einen Job bewirbt, braucht Computerkenntnisse. Nun haben wir durch die Vermittlung einer Freundin eine Münchner Firma kennengelernt, die uns gebrauchte Computer und -Teile spenden möchte. Aus den verschiedenen Komponenten würde mein Mann brauchbare Computer zusammenbauen und wir könnten Computerkurse für junge Menschen anbieten, um sie fit für Bewerbungen zu machen. Allerdings stehen diese gespendeten Computer nun in München und wir wissen nicht, wie wir sie nach Namibia transportieren sollen. Falls jemand eine Idee hat, wie das zu bewerkstelligen ist oder etwas Platz in einem Container weiß, der nach Namibia geht, wäre das eine wunderbare Hilfe, um junge Namibier zu unterstützen.

Ihr seht also, was hier alles zu organisieren ist und ich hoffe auf eurer Verständnis, dass ich mich so lange nicht schriftlich gemeldet habe. Ich werde nun öfter wieder einen Beitrag schreiben, so dass die Informationen über unser Wirken auch über den Ozean gehen.

Mit herzliche Grüßen aus dem sommerlich heißen Namibia

Eure

Konny

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