Charityblog von Konny von Schmettau

Das Namibia-Tagebuch von Konny von Schmettau

Soforthilfe durch eine Dorfpatenschaft

abgelegt unter Patenschaften, Tagebuch, Hilfe und Entwicklung von Konny @ Mittwoch, 31. Januar 2007 - 15.33 h

Soforthilfe durch die Dorfpatenschaft

Eine Dorfpatenschaft? Was ist das denn? Natürlich wurde ich sofort von jeder Menge Leute gefragt, was ich damit meine. Denn es gibt Kinderpatenschaften und Schulpatenschaften – aber eine Dorfpatenschaft? Wem nutzt die?

Die Idee kam uns, als ich in Okahandja mit Maria und Silvia, meinen afrikanischen Mitarbeiterinnen, zusammen saß und uns klar wurde, dass eine punktuelle Hilfe durch Kinderpatenschaften zwar eine wunderbare Sache ist – aber sie nutzt eben nur einzelnen Kindern und vielen anderen Kindern und Familie können wir damit nicht helfen. Denn in den meisten Fällen erwarten europäische Paten afrikanischer Kinder, dass ihre Patenschaftsgelder nur dem einen Kind zukommen, das sie unterstützen möchten.

Eine Dorfpatenschaft aber nutzt allen und kommt vielen Kindern und Familien zugute. Das finden wir fairer und besser, um nicht nur die Not Einzelner zu lindern.

Nun ist es natürlich schwierig, ein ganzes Dorf vorzustellen. Um dem Dorf aber gleichzeitig Gesichter zu geben und jedem, der bereit ist, uns helfen zu helfen, sagen zu können, WEN er unterstützt, stellen wir hier in diesem Blog und auch bei Successity Kinder und Familien des Dorfes Okahandja vor. Sie werden von uns unterstützt. Aber auch ihre Nachbarn und Freunde, viele weitere Kinder, die wir gar nicht alle einzeln vorstellen können.

Auch aus diesem Grunde ist die Vermittlung einzelner Patenkinder für uns mit unserem kleinen Team und noch kleineren Budget in Namibia gar nicht realisierbar. Rein administrativ ist es für uns nicht umsetzbar, jedes einzelne Kind auf seinem Weg durchs Leben und durch die Schule, sein Familienleben usw. sozusagen täglich zu begleiten. Täten wir dies, müssten wir viele andere Kinder vernachlässigen. Und das möchten wir auf gar keinen Fall.

Gleichzeitig wissen wir jederzeit ganz genau, wohin und an wen die Spenden geben – denn wir bringen sie persönlich vorbei! Nur sehr selten erhalten Menschen Geld, denn schnell ist doch etwas gekauft, was nicht unbedingt nötig ist. Statt dessen kaufen wir selbst ein, was benötigt wird und übergeben es den Familien.

Viele Mütter leben allein mit ihren Kindern und wissen kaum, wie sie sie ernähren sollen. Geben wir ihnen Geld, dann besteht die Gefahr, dass männliche Verwandte es ihnen abnehmen, denn die afrikanische Tradition ist nach wie vor auf männliche Dominanz ausgerichtet. Bringen wir den Müttern und Kindern aber Lebensmittel, können wir sicher sein, dass es ihnen bleibt und sie ernährt. Denn die Nahrung nimmt ihnen niemand weg. Auf diesem Prinzip aufbauend können wir sicher sein, dass jeder gespendete Cent genau diejenigen erreicht, die Hilfe und Unterstützung am dringendsten benötigen.

Also, hiermit stelle ich vor: Das Dorf Okahandja, eines der ersten, würde ich sagen, für das es eine Patengemeinschaft gibt. Einige unserer Kinder stellen wir hier bereits vor, viele weitere werden folgen. Jedes einzelne dieser Kinder braucht dringend Hilfe.

Die meisten von ihnen haben sich in ihrem jungen Leben noch nicht ein einziges Mal richtig satt essen können. Ein Großteil kann keine Schule besuchen, da in der Familie kein Geld für Schulgebühren und –Materialien vorhanden ist. Sehr viele von ihnen haben keine Eltern und keine Familie mehr. Manche sind schwer krank und benötigen medizinische Versorgung.

Sie alle brauchen unsere Hilfe.

Für den kleinen Victor Leevi, der durch die Tuberkulose seiner Mutter infiziert wurde und nur eine ganz spezielle Nahrung verträgt, hat das Moderatorenteam von Successity die Patenschaft übernommen. Einzelpatenschaften bleiben die Ausnahme, aber wenn ein Kind eine ganz besondere medizinische Behandlung benötigt, ist eine solche Patenschaft herzlich willkommen.

Successity hat auch zwei Pakete mit Medikamenten und Wundversorgungs-Material nach Namibia gesandt. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dies möglich machten !!!

Es war zwar ein riesiger Umstand, die Pakete aus dem Zoll zu bekommen, aber nun können wir vielen, vielen Menschen im Dorf Okahandja auch medizinisch helfen!

Tief beeindruckt hat mich auch der Anruf eines alten Mannes aus Windhoek, der in der Zeitung von unseren Hilfsaktionen gelesen hatte und mir ein Kuvert mit 200,- Namibia Dollar (umgerechnet etwa 25,- Euro, das ist in Namibia viel Geld) in die Hand drückte. Er wollte nicht namentlich genannt werden, hatte aber einen kleinen Zettel ins Kuvert gelegt: „Für die armen Kinder in Okahandja.“ – „Ich habe von Ihrer Hilfe gelesen, die sie leisten“, sagte er zu mir, „und ich freue mich sehr, dass es Menschen gibt, bei denen man weiß, dass die Spenden auch wirklich ankommen.“ Seine spontane Hilfe und seine Worte haben mich sehr berührt.

Jede Hilfe, die uns und damit unsere Kinder in Okahandja erreicht, macht jedem Einzelnen von uns Mut, gemeinsam immer mehr zu bewegen. Und für die Menschen Okahandjas bedeutet jede Unterstützung, dass es Hoffnung gibt in ihrem Leben und dass sie nicht alleine sind.

Mit herzlichen Grüßen aus Namibia

Ihre und Eure

Konny von Schmettau

3 Kommentare »

  1. Liebe Konny,

    gerne würde ich/wir eine Patenschaft, gern auch eine Dorfpatenschaft (solte sie finanziell in unseren Möglichkeiten liegen) übernehmen.
    Besonderst am Herzen liegt mir dabei Bachbrecht denn dort lebt mein ehemaliges Patenkind.Eines von den damals in der ehem. DDR lebenden namib. Waisenkind, dass nun eine 30 jährige , verheiratete Frau ist.
    Eine Patenschaft in Geld bzw Sachspenden
    wäre für mich ein erster, erneuter Schritt der Hilfe.Gerne würde ich auch vor Ort helfen. Über Infos und Kontakte wäre ich sehr dankbar.

    Auf Antwort hoffend verbleibt herzlicht Annelene aus Halle

    Trackback von Voices 14. Juni 2007 16:01

  2. Liebe Annelene,
    vielen Dank für deine Nachricht! Ich komme gerade aus Okahandja zurück, werde auch dazu noch einen Blogeintrag schreiben. Die Not in den Armenvierteln ist unbeschreiblich und jede Hilfe ist mehr als willkommen!
    Bachbrecht kenne ich leider nicht, wo liegt das?
    Herzliche Grüße aus Namibia
    Konny

    Trackback von Konny Schmidt von Schmettau 14. Juni 2007 17:09

  3. Liebe Konny,
    da ich sehr von Eurer Arbeit und Hilfe überzeugt bin und auch starkes Interesse und ein großes Bedürfnis habe eine Patenschaft für ein Waisenkind zu übernehmen. Wäre es für mich ein Glücksgefühl zu wissen, dass ich einen kleinen Beitrag leisten darf um einen oder mehrere Waisenkinder zu helfen und vielleicht auch ermöglichen kann, dass dieser Mensch ein etwas besseres kleines Leben hat.
    Da kein Mensch auf Erden, was dafür kann wo er hineingeboren wird.

    Habt Ihr ein Spendenkonto, dass Ihr mir nennen könnt. Mützen habe ich bereits weitergegeben.
    Auf eine NAchricht würde ich mich freuen.
    Monika

    Trackback von Monika 9. Juli 2008 10:04

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