Charityblog von Konny von Schmettau

Das Namibia-Tagebuch von Konny von Schmettau

Patenschaften in Namibia: Hilfe, die ankommt.

abgelegt unter Patenschaften, Namibia allgemein von Konny @ Sonntag, 21. Januar 2007 - 18.02 h

Patenschaften in Namibia: Hilfe, die ankommt. Ohne Verwaltungskosten!

Am Freitag, den 19. Januar 2007 war ich mit meinen deutschen Besucherinnen Lydia Völker und Sandra Schnutz in Okahandja. Sie waren zutiefst betroffen von der Armut der Menschen. Nachdem sie vorher Tagelang auf Tour in Namibia waren und die typischen Touristenattraktionen gesehen hatten, wollten sie natürlich auch die Slums besuchen. Also nahmen wir einige Hilfsgüter mit und besuchten ein paar “unserer” Kinder. Die Familie des kleinen Paulus hatte drei Tage (!) überhaupt nichts gegessen, sie waren völlig verzweifelt, und es war ein großes Glück, dass wir zu ihnen kamen. Sie hatten sich wie immer auf Paulus verlassen, der mit seinen 14 Jahren die Familie sowie die Kindergruppe, bei der er wohnt, ernährt, indem er auf dem Holzmarkt arbeitet. Nun war Paulus drei Tage lang nicht aufgetaucht und sie hungerten. Wir kauften als erstes reichlich Nahrungsmittel ein und brachten sie der Familie (Großvater, Tante, vier kleine Kinder) und suchten dann nach Paulus. Es war inzwischen Mittag und wir fanden ihn auf dem Holzmarkt. Er hatte sein verdientes Geld gespart und seine Schulgebühren angezahlt. Natürlich mit schlechtem Gewissen, aber er meinte - völlig zu Recht - dass er doch in die Schule gehen muss, wenn er aus dieser Armut heraus kommen will.

Sandra und Lydia gaben ihm Schulgeld und Geld für Schuhe bzw. ging eine meiner ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen mit ihm zum Einkaufen und zahlte das Schulgeld gleich bei der Schule ein. Wir waren sehr betroffen von dieser großen Not und froh, helfen zu können. Gleichzeitig wurde uns klar, wie wichtig es ist, eine Kontinuität in die Versorgungslage dieser Familien zu bringen.

Entsprechend haben wir gleich vor Ort die Informationen für unsere Patenkinder zusammengetragen. Wenn wir es schaffen, Paten für Paulus und weitere Kinder in ähnlicher Lage zu gewinnen, können wir regelmäßig helfen. 35,- Euro pro Monat und Patenkind würden ausreichen für Schulgeld, -Kleidung und -Materialien und vom Rest des Geldes wollen wir Lebensmittel für die Kinder und ihre Familien bzw. Familiengruppen einkaufen.

Wer helfen kann, dem sind wir überaus dankbar! Wem 35,- Euro pro Monat zu viel sind, der kann sich vielleicht mit jemandem aus dem Freundes- oder Familienkreis gemeinsam um ein Patenkind kümmern und die Kosten teilen.

Die Patenschaftsgelder helfen Ihrem Patenkind und seiner Familie aus der größten Not. Sie können sicher sein, dass Ihre Spenden und/oder Patenschaftsgelder ohne Abzug von Kosten bei uns in Namibia ankommen und den Kindern und ihren Familien direkt zukommen.

Wir stellen Ihnen hier die ersten fünf Kinder vor, die dringend Hilfe benötigen. Weitere Portraits von Kindern in größter Not folgen. So zum Beispiel die drei Schwestern Luna (11), Edda (9) und Jenefer Jasson (13), die bei ihrer Großmutter leben und dringend Schulgelder benötigen. Nachstehend ein Foto der drei Mädchen, aufgenommen anlässlich unserer Weihnachtsaktion 2006.

Bitte helfen Sie uns helfen!

Herzliche Grüße aus Windhoek

Konny von Schmettau

Maedchen.jpg


Diese Kinder brauchen Ihre Unterstützung:

Sara K. Afrikaner, 9 Jahre

Sara.jpg Saras Eltern sind beide verstorben. Momentan lebt sie bei ihrer Tante, der Schwester ihres verstorbenen Vaters. Die Tante erzählt, wie schwer es ihr fällt, Sarah mit zu ernähren, da sie auch eigene Kinder hat, aber es gibt keinen anderen Platz für Sara.

Das größte Problem besteht darin, dass die Tante arbeitslos ist und auch ihr Mann nur Gelegenheits- arbeiten ausführen kann: In Okahandja gibt es wenig Industrie und entsprechend kaum Arbeitsplätze. Zwar will die Tante Sara, so gut es eben geht, weiterhin mit versorgen, aber es fällt ihr zunehmend schwerer, das Geld für Schulgebühren, -Uniform, -Schuhe und -Materialien zu bezahlen. So ist nicht sicher, wie lange Sara noch zur Schule gehen kann.


Paulus Zumbila, 14 Jahre

PaulusMatthew.jpg
Auch Paulus ist ein Waisenkind. Er lebt mit sieben anderen Kindern zusammen, die nur ab und zu von einem Onkel oder eine Tante betreut werden. Sein jüngerer Bruder Matthew lebt bei seinem Großvater und seiner Tante, die aber arbeitslos sind. Ab und zu führen sie Schuhreparaturen durch, aber der minimale Verdienst reicht nicht aus, um die Familie zu ernähren. Der Großvater kann, da er aus Angola stammt, keine Rente in Namibia beantragen. Zurück nach Angola kann die Familie ebenfalls nicht, da die Kinder in Namibia geboren sind.

Paulus muss mit seinem Geld, das er sich an den Nachmittagen auf dem Holzmarkt von Okahandja verdient, die Familie ernähren. Die Kosten für Schulgebühren und –Materialien zu erwirtschaften, ist fast unmöglich.

Dazu eine kleine Geschichte, erzählt von Konny von Schmettau:

„Mitte Januar 2007 war ich mit meinen deutschen Besucherinnen Lydia und Sandra in Okahandja. Die Familie des kleinen Paulus hatte drei Tage (!) überhaupt nichts gegessen, sie waren völlig verzweifelt, und es war ein großes Glück, dass wir zu ihnen kamen. Sie hatten sich wie immer auf Paulus verlassen, der mit seinen 14 Jahren die Familie sowie die Kindergruppe, bei der er wohnt, ernährt, indem er auf dem Holzmarkt arbeitet. Nun war Paulus drei Tage lang nicht aufgetaucht und sie hungerten. Wir kauften als erstes reichlich Nahrungsmittel ein und brachten sie der Familie (Großvater, Tante, vier kleine Kinder) und suchten dann nach Paulus. Es war inzwischen Mittag und wir fanden ihn auf dem Holzmarkt. Er hatte sein verdientes Geld gespart und seine Schulgebühren angezahlt. Natürlich mit schlechtem Gewissen, aber er meinte - völlig zu Recht - dass er doch in die Schule gehen muss, wenn er aus dieser Armut heraus kommen will.“

Matthew Zumbila, 12 Jahre

Matthew (rechts im Bild), ebenfalls Waisenkind, ist der jüngere Bruder von Paulus Zumbila und lebt mit seinem Großvater, einer Tante und kleineren Cousins / Cousinen zusammen. Seine Geschichte entspricht der von Paulus.


Victor Leevi, geb. 24. April 2005

Bild_36.jpg Der kleine Victor ist Waise. Seine Mutter starb an Tuberkulose (TBC) und infizierte den kleinen Victor bei seiner Geburt. Als die Mutter starb, nahm sich seine Tante Martha, selbst Witwe und Mutter zweier Kinder, des Kleinen an. Martha ist arbeitslos und kann die Kinder kaum ernähren. Sie ist dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Den kleinen Victor kann sie natürlich nicht stillen und er verträgt nur eine bestimmte Sorte von Babynahrung, in Namibia als Lactose verkauft, die entsprechend teuer ist. Durch seine TBC bekam Victor kurz nach der Geburt eine Augeninfektion und erblindete auf dem linken Auge. Er braucht dringend regelmäßig eine gute Ernährung und Arztkosten sowie entsprechende Medikamente.


Carina Mubita, geb. 15 Mai 1990

Carina.jpg

Carina lebt mit ihren drei jüngeren Geschwistern bei ihrer Mutter Silvia, die sich in Okahandja mit Child-Care-Afrika für Mütter und Kinder mit AIDS engagiert. Carinas Vater ist Kongolese und darf das Flüchtlingslager, in dem er untergebracht ist, nur per schriftlicher Genehmigung und unregelmäßig verlassen. So ist er selten bei seiner Familie und darf auch nicht arbeiten. Mutter Silvia ernährt die vier Kinder durch die Arbeit auf dem Holzmarkt von Okahandja, aber ihr Verdienst reicht gerade zum Leben. Die Schulgebühren mit allen Nebenkosten für die Schulbesuche der drei älteren Kinder zu bezahlen, ist für Silvia sehr schwer. Sie leben in den Armenvierteln und haben wenig Sicherheit. Vor kurzem versuchte ein älterer Junge, Carina zu vergewaltigen, nachdem er mühelos in das bescheidene Haus eingedrungen war. Zum Glück konnte Carina sich wehren, aber die Familie wünscht sich eine kleine Wohnung in einem besseren Wohngebiet, so dass die Kinder in einer sicheren Umgebung aufwachsen. Carina lernt viel für die Schule, hat sehr gute Noten und versorgt zudem ihre jüngeren Geschwister, wenn die Mutter arbeiten geht. Sie besucht die 11. Klasse und träumt von einem Studium, um aus der Armut heraus zu kommen und später ihre Familie unterstützen zu können.

1 Kommentar »

  1. Hallo,

    Wir möchten eine Patenschaft für ein
    sehr bedürftiges (6 Bis 12 Jahre altes)Mädchen aus Namibiea übernehmen.
    Bitte informieren Sie uns ausführlich auch mit Fotos.
    MfG. G.Lorenz

    Trackback von Lorenz 28. August 2009 22:08

Kommentar abgeben


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

19 queries. 0.709 seconds.
Powered by Wordpress
Design Martina Wille